ECTS-Rechner: Leistungspunkte in Arbeitsstunden und Semester umrechnen
Ein ECTS-Punkt entspricht 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand, in Deutschland rechnen die Hochschulen fast durchgehend mit 30 Stunden. Ein Vollzeitsemester hat 30 ECTS, also 750 bis 900 Stunden, ein Studienjahr 60 ECTS. Ein Bachelor mit 180 ECTS steht damit für rund 5.400 Arbeitsstunden, ein Master mit 120 ECTS für 3.600.
ECTS in Arbeitsstunden umrechnen
Ein ECTS-Punkt steht für 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand. In Deutschland rechnen die meisten Hochschulen mit 30 Stunden.
Restpunkte bis zum Abschluss
Wie viele ECTS fehlen noch und wie viele Semester brauchst du bei deinem Tempo?
Semesterwochenstunden grob in ECTS
Eine SWS ist eine Lehrveranstaltungsstunde (45 Minuten) pro Woche über die Vorlesungszeit. Die Umrechnung in ECTS ist nur eine Faustregel.
Wie viele ECTS ein Modul tatsächlich hat, steht im Modulhandbuch. Die Faustregel taugt nur zum groben Abschätzen, etwa wenn du Kurse aus verschiedenen Hochschulen vergleichst.
Wie wird gerechnet?
ECTS steht für European Credit Transfer and Accumulation System. Ein Leistungspunkt misst nicht die Zeit im Hörsaal, sondern den gesamten Arbeitsaufwand: Vorlesung, Übung, Selbststudium, Prüfungsvorbereitung. Der ECTS Users' Guide legt dafür 25 bis 30 Stunden je Punkt fest, die deutschen Akkreditierungsregeln übernehmen diese Spanne. In den Modulhandbüchern der meisten Hochschulen steht der obere Wert. Daraus folgen drei einfache Formeln:
- Arbeitsstunden = ECTS × Stunden je Punkt (Standard: 30)
- Offene ECTS = ECTS des Abschlusses − erreichte ECTS
- Restsemester = offene ECTS ÷ ECTS pro Semester, aufgerundet auf ganze Semester
Für Semesterwochenstunden gibt es keine exakte Formel, nur eine Näherung. Eine SWS bedeutet 45 Minuten Lehrveranstaltung pro Woche über die Vorlesungszeit von etwa 15 Wochen, also gut 11 Zeitstunden Präsenz. Rechnet man Vor- und Nachbereitung hinzu, landen die meisten Module bei 1 bis 2 ECTS je SWS. Der Rechner nutzt 1,5 als Mittelwert und zeigt die Spanne daneben.
Beispiel durchgerechnet
Jemand studiert einen Bachelor mit 180 ECTS, hat nach drei Semestern 95 Punkte erreicht und plant weiter mit 30 ECTS pro Semester. Offen sind 180 − 95 = 85 ECTS. Geteilt durch 30 ergibt das 2,83, aufgerundet also drei weitere Semester. Bei 30 Stunden je Punkt entsprechen die 85 ECTS 2.550 Arbeitsstunden, das sind etwa 64 Wochen zu 40 Stunden. Der Fortschritt liegt bei 53 Prozent.
Wer stattdessen neben dem Beruf nur 15 ECTS pro Semester schafft, braucht für dieselben 85 Punkte sechs Semester. Genau diese Rechnung steckt hinter der längeren Regelstudienzeit im Teilzeit- und Fernstudium, wie sie der Beitrag zur Dauer des Masterstudiums beschreibt.
Typische Werte im Überblick
| Abschluss | ECTS | Arbeitsstunden (30 h/ECTS) | Regelstudienzeit |
|---|---|---|---|
| Bachelor | 180 | 5.400 h | 6 Semester |
| Bachelor | 210 | 6.300 h | 7 Semester |
| Bachelor | 240 | 7.200 h | 8 Semester |
| Master | 60 | 1.800 h | 2 Semester |
| Master | 90 | 2.700 h | 3 Semester |
| Master | 120 | 3.600 h | 4 Semester |
| Einzelnes Modul | 5 | 150 h | ein Semester |
| Bachelorarbeit | 12 | 360 h | rund 9 Wochen Vollzeit |
| Masterarbeit | 30 | 900 h | rund 6 Monate |
Bachelor und konsekutiver Master ergeben zusammen in der Regel 300 ECTS. Nach einem 180-ECTS-Bachelor folgt deshalb meist ein 120-ECTS-Master, nach 210 Punkten oft ein 90-ECTS-Programm. Welche Kombination für dich passt, zeigt die Übersicht der Masterstudiengänge nach Art und Aufbau.
Wofür die Umrechnung im Alltag taugt
Die Stundenrechnung hilft an drei Stellen. Erstens bei der Semesterplanung: Wer 36 ECTS belegt, plant rechnerisch 1.080 Stunden in rund 20 Wochen, also über 50 Stunden pro Woche. Zweitens beim Vergleich von Studienformen, denn ein Fernstudium mit 15 ECTS pro Semester bedeutet 450 Stunden, etwa 20 Stunden pro Woche neben dem Job. Drittens bei der Bewerbung für den Master: Viele Programme verlangen eine Mindestzahl an ECTS in bestimmten Fachgebieten, etwa 30 ECTS in Statistik und Methoden. Ob dein Bachelor das abdeckt, lässt sich mit dem Transcript of Records und dem Rechner in wenigen Minuten prüfen. Wie sich die Noten der Module zur Gesamtnote verbinden, zeigt der Notenrechner.
Grenzen der Berechnung
- Die 25 bis 30 Stunden sind ein Planwert der Hochschule, kein Messwert. Der tatsächliche Aufwand hängt von Vorwissen, Fach und Lerntempo ab.
- Die Semesterzahl setzt voraus, dass die Module planmäßig angeboten werden und keine Voraussetzungsketten den Ablauf bremsen.
- Die Umrechnung von SWS in ECTS ist eine Faustregel. Laborpraktika, Seminare mit Hausarbeit und Vorlesungen mit Klausur werden je nach Modulhandbuch sehr unterschiedlich bepunktet.
- Erreichte ECTS sagen nichts darüber aus, ob alle Pflichtmodule abgedeckt sind. Für den Abschluss zählt die Prüfungsordnung, nicht die Punktesumme.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden ist ein ECTS-Punkt?
Nach dem ECTS Users' Guide entspricht ein Punkt 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand, einschließlich Präsenzzeit, Vor- und Nachbereitung sowie Prüfungsvorbereitung. Deutsche Hochschulen setzen fast durchgehend 30 Stunden an.
Wie viele ECTS hat ein Semester?
Ein Vollzeitsemester ist mit 30 ECTS geplant, ein Studienjahr mit 60. Bei 30 Stunden je Punkt ergibt das 900 Arbeitsstunden pro Semester und 1.800 pro Jahr.
Wie viele ECTS braucht man für den Bachelor und den Master?
Ein Bachelor umfasst 180, 210 oder 240 ECTS, ein Master 60, 90 oder 120 ECTS. Bachelor und konsekutiver Master ergeben zusammen in der Regel 300 ECTS.
Wie rechne ich Semesterwochenstunden in ECTS um?
Eine feste Formel gibt es nicht. Eine SWS steht für 45 Minuten Lehrveranstaltung pro Woche über die Vorlesungszeit, also rund 11 Zeitstunden Präsenz im Semester. Mit Vor- und Nachbereitung ergibt sich als Faustregel 1 SWS gleich 1 bis 2 ECTS; die verbindliche Zahl steht im Modulhandbuch.
Kann ich mehr als 30 ECTS pro Semester machen?
Formal meist ja, viele Prüfungsordnungen begrenzen die Zahl der Anmeldungen aber oder verlangen bestimmte Voraussetzungen. Rechnerisch bedeuten 40 ECTS rund 1.200 Arbeitsstunden im Semester, also deutlich mehr als eine Vollzeitstelle.
Zählen ECTS aus dem Ausland oder aus einem abgebrochenen Studium?
Sie können angerechnet werden, wenn keine wesentlichen Unterschiede zu den Modulen des Zielstudiengangs bestehen. Darüber entscheidet der Prüfungsausschuss der aufnehmenden Hochschule; ein Rechner kann das nicht vorwegnehmen.
Quellen
- Europäische Kommission: ECTS Users' Guide 2015 (Leitfaden zum Europäischen System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen), Abschnitt zu Leistungspunkten und Arbeitsbelastung: 60 ECTS je Studienjahr, 25 bis 30 Stunden je Punkt.
- Musterrechtsverordnung gemäß Artikel 4 Absätze 1 bis 4 Studienakkreditierungsstaatsvertrag (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.12.2017 in der jeweils geltenden Fassung), Regelung zum Leistungspunktesystem: 30 Leistungspunkte je Semester, 25 bis höchstens 30 Stunden je Leistungspunkt.
- Kultusministerkonferenz: Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen, Regelung zu 180 bis 240 ECTS im Bachelor, 60 bis 120 ECTS im Master und 300 ECTS für den konsekutiven Masterabschluss.
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